Moritz

Moritz, born 1986, the son

Left home at the age of 17, on his first ride, a 125 cc scooter. Managed to turn his love for computers in a respected profession (programmer) and is happy to be able to work where his bike is. Tested speed driving on a Honda Hornet bike, then turned to the offroad section of the motorcycling world. Having spent a volunteer year in Laos, Asia became his second home. Besides the love for traveling he keeps an interest in all kinds of electronics for travel documentation.
Bangkok, Thailand

The traveler sees what he sees, the tourist sees what he has come to see.

 Gilbert K. Chesterton

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Von Pismo Beach über San Francisco nach Carson City - Wer ist hier wetterwendisch?

by Rainer 20. May 2012 02:44

Da bin ich wieder, sitze nach dem für Bayern verlorenen Championsleague Endspiel in der Abendsonne und bereite mich innerlich auf die einsamste Straße der Welt vor, die 50, immer nach Osten durch Nevada und später nach Utah. Warum ich hier bin und nicht in San Francisco und dann die Küste hoch, davon berichtet dieser post. Also los gings in Pismo Beach erstmal frohgemut auf die berühmte Küstenstrasse. Natürlich habe ich auch wieder da angehalten, wo die Seelöwen sich tummeln, Felix A. wird sich erinnern. Liegen immer noch so faul rum, beschmeissen sich mit Sand und ertragen die Touristen.

Ein paar Blumen

Und in den folgenden Bildern sieht man schon den berüchtigten Nebel, der von jetzt auf nachher reinzieht und die Temperaturen abstürzen lässt.

Dabei könnte doch alles so schön sein, so wie hier. Geht schon wieder los, muss wieder die warmen Handschuhe auspacken. Noch ein paar Eindrücke von der Strecke. Es war nicht nur kalt, sondern auch sehr böig, man musste stellenweise ganz schön aufpassen. So, das war ja alles sehr interessant, In Richtung San Francisco nach Übernachtung in Monterey wurde dann das Wetter besser, leider nahm aber auch der Verkehr gewaltig zu. Habs also mühsam auf die Golden Gate Bridge geschafft und vom drüberliegenden Aussichtspunkt ein paar schöne Fotos der Brücke und von San Francisco gemacht, gutes Licht, wie man es sich wünscht.

Jetzt werden sich vielleicht einige fragen, warum ich diese Fotos nicht poste, wenn sie denn schon so schön sein sollen. Einfache Antwort: Hab die Speicherkarte nach dem Runterladen vom Vortag im Computer vergessen, also wars nix. Habe mir dann sofort eine altersgerechte Lösung ausgedacht, weil ich ja zwei Speicherkarten dabei habe. Eine bleibt immer im Rechner, und eine immer in der Kamera, so kann nix mehr passieren. Ich habe ja noch so ein paar pfiffige Lösungen mir ausgedacht, die z.B. verhindern, dass ich was vergesse usw.

Ich bin dann schliesslich in Napa gelandet, Weingegend, und hab einen vergleichsweise günstigen Übernachtungsplatz gefunden. Hier habe ich zum ersten Mal einen Menschen mit seinem Auto zur Dusche fahren sehen, bei laufendem Motor duschen und dann wieder zurückfahren. jetzt sind ja einige Camps in USA recht weitläufig, aber das war schon extrem.

Apropos vergessen. Ich tanke ja immer für ein paar Dollar und verlasse mich auf das Anzeigelicht der Reserve, dann kann ich immer noch gut 50 km weiterfahren. Wegen SF und dem Scheisswetter habe ich mir überlegt, dass es noch zu früh für die Küste ist, also nix wie zurück Richtung Lake Tahoe und Nevada, wo immer die Sonne scheint. Richtung Osten auf der Autobahn dahingedonnert, grelles Licht und dann ging der Motor aus, hab das Licht wohl übersehen oder es ist kaputt. Stand also auf dem Randstreifen der 8-spurigen Autobahn und bedachte mein Schicksal. 1 km entfernt war eine Ausfahrt, da konnte ich wohl hinschieben. Habs dann nochmal mit dem Starter versucht und, siehe da, mein treues Bike hat irgendwo in der Einspritzanlage noch Sprit gefunden und mich 2 km zur nächsten Tankstelle gebracht. Soviel Benzin hat noch nie reingepasst. Deshalb kriegt diese Tankstelle auch einen Platz in meinem post. Dann gings weiter, und mit dem Ende der Autobahn gings auch wieder in die Sierra, mit ein paar ausgesucht schönen Strecken, hier nur ein paar Eindrücke, an den besten Stellen konnte man wie immer nicht halten.

Ich dachte, nach den langen Erzählungen sind ein paar Fotos auch wieder schön. Ausserdem als extra Service für meinen Bruder, der die einfachen Geschichten liebt, hier also eine Fotoserie von der Zubereitung eines einfachen Abendessens. Auf dem Speiseplan steht Nudelsuppe mit Gurke.

Alles hergerichtet, von links: Wasserflasche, Spork und Taschenmesser, Gurke, Trockensuppe, Kocherset.

Jetzt ausgepackt, Topf, Kocher und Kartusche liegen frei.

Wasser in den Kochtopf.

Während das Wasser erhitzt wird, ist Zeit, die Gurke (engl. cucumber) zu schälen.

Jetzt Wasser auf die Nudeln giessen und paar Minuten warten, dabei umrühren.

Essen ist fertig, lecker, lecker. Das Heissmachen von Wasser hat den Vorteil, dass man nix spülen muss.

In Carson City bin ich einen Tag geblieben, um mir über die weitere Route Gedanken zu machen und ein wenig auszuruhen. Netter kleiner Ort, wo man überall die schneebedeckten Gipfel der Sierra Nevada sieht. Ein paar Eindrücke: Die Kneipen sind hier wirklich urig, so was gibts bei uns nicht, also mal wieder einen Kaffee getrunken im urigsten. Der Indianer schaut auch zu und vergisst weiterzulesen. So, das solls dann gewesen sein für heute. Bin gespannt, was die "einsamste Strecke der Welt" zu bieten hat, ist ja auch nur ein Marketingtrick. Und raus aus der Kneipe und auf den Highway, nicht ohne einen eggmacmuffin bei McDonalds verdrückt zu haben, ist lecker und wird so was wie mein Standardfrühstück. Vielleicht berichte ich ja mal über ein Frühstück bei McD, damit es auch mein Bruder richtig begreift. Bis dann.

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Rainer | USA 2012

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Rainer

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Being a professional road engineer and traffic and transport planner, Rainer keeps an eye on road details and safety issues. Paradoxically, he loves riding straight road sections more than curved ones, and horsepower of his ride doesn’t mean anything to him, but rather fuel consumption. Presently he happily rides an 11 hp scooter at home. His favourite travel destination remains Southwest USA. Low budget travel, especially for the elderly, is dear to his heart.
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